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Neu anfangen

Ich habe diesen Post etliche Male angefangen zu schreiben. Ich weiß nicht, ob er ins Internet gehört oder nicht. Klar denken fiel/fällt mir in den letzten Tagen etwas schwer und vielleicht werde ich ihn auch einfach wieder löschen.

Auch wenn das Jahr noch nicht ganz rum ist, ist es für mich und meinen Mann Zeit dieses schon jetzt hinter uns zu lassen.  Es ist dieses Jahr so viel passiert an dem wir zu arbeiten hatten und noch haben.

In ein paar Tagen sollte der „glücklichste“ Tag in unserem gemeinsamen Leben werden. Unsere kleine Tochter sollte geboren werden und uns ihr erstes Lächeln schenken.

Wenn dann alles anders kommt, fühlt man sich verloren. Man steht aber irgendwann wieder auf und schaut nach vorne, nicht nur weil es von der Gesellschaft so gewünscht ist, sondern auch um nicht kaputt zu gehen.

Ich schreibe dies mehr um mir endlich richtig Luft zu machen, was in meinem Kopf die letzten Monate vorgegangen ist. Die ersten Tage wollte ich so schnell wie möglich wieder arbeiten um zu vergessen. Heute weiß ich, ich bin dankabr darüber, dass meine Ärztin konsequent „Nein“ gesagt hatte. Über die Auszeit war ich dann doch sehr froh und konnte mich erst Mal wieder finden. Nur wie trauert man?? Ich habe viel im Netz gelesen, wie es anderen Müttern und Vätern ergangen ist. Es hat geholfen, aber es war auch erschreckend wie der Umgang untereinander war.

Ablenkung brauchte ich aber dennoch, man glaubt gar nicht wie oft man das Haus von oben bis unten sauber machen kann und das Tag für Tag.

Ein wenig eingeigelt hatte ich mich dennoch zuhause. Wollte weniger Freunde sehen und so wenig wie möglich raus aus dem Haus. Allein sein, schien sich so gut an zu fühlen.

Der erste Arbeitstag verlief gut. Auch wenn ich einge Zeit heulend im Auto saß bevor ich mich getraut hatte auszusteigen und den Kollegen gegenüber zu treten. Ich wollte kein Mitleid, nicht diese Blicke sehen. Überraschenderweise waren meine Befürchtungen teils umsonst. Die ersten Tage hatte ich bis auf „Guten Morgen“, „Hallo“ kaum mit den Kollegen gesprochen. Die Kunden, die sich gewundert hatten wo ich so lange war haben von mir und allen Kollegen gehört, dass ich Urlaub hatte oder wo anders beschäftigt war. Überrascht haben mich die Arbeitskollegen an einem anderen Standort, die mich einfach so in den Arm genommen haben um mir ihr Verständnis auszudrücken. Dabei kenne ich die Kollegen kaum und es war irgendwie schön.

Angst vor den Treffen mit weiteren Schwangeren hatte ich, aber es ging. Da war kein Neid bei mir zu verspüren, ich war mehr glücklich darüber, dass die Schwangerschaften von unseren Freunden und Bekannten gut verliefen und einige schon jetzt ihr kleines Wunder auf dem Arm nehmen können. Sie sind einfach so unheimlich süß.

Wir lieben dich und vergessen dich nie! Heute nehmen wir Abschied von dir.

♥In Erinnerung an unsere Tochter Mia † 15.06.2014 ♥

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3 Kommentare zu „Neu anfangen

  1. Liebe Sandra,
    ich finde es gehört ins Internet was du dem Internet mitteilen willst und ich halte es für eine starke und noble Geste, dass du öffentlich über deine Gefühle, Ängste und deine Trauer schreibst, ich finde das sehr gut. Dadurch machst du dich verwundbarer und öffnest dich anderen gegenüber. Ich denke jeder ist irgendwann in seinem Leben mal in einer Situation die ihn emotional vollkommen überfordert und wenn alle so damit umgehen könnten wie du und einfach zugäben dass sie überfordert sind, dann glaube ich gäbe es mehr Offenheit und Verständnis und Liebe in der Welt.
    Ich finde den Beitrag wirklich sehr gut und bin mir sicher, dass er anderen helfen wird. Auch bin ich mir sicher dass ihr beiden es schaffen werdet den Tod eurer Tochter zu verarbeiten, dass du so darüber schreiben kannst zeigt wie stark ihr seid. Es tut mir wirklich sehr Leid dass ihr da durch musstet/müsst und fühle mit euch.
    Katharina

  2. Ich kann mich fröbelina-katharina nur anschliessen: Dein Beitrag is in dieser Welt gut und wichtig, ich bin froh, dass es manchmal auch noch menschelt. Sonst sieht in dieser Blogger-Welt meistens alles nur toll, schön, bunt und fröhlich-superweibig aus und man denkt nicht, dass da auch ganz normale Menschen dahinter stecken. Das war sicher nicht Dein Ziel, aber darüber zu schreiben, was Dich bewegt, macht Dich nur sympathischer. Und den Lesern gibt es mit, dass es auch noch anderes gibt als nur Friede-Freude-Eierkuchen. Danke dafür und viel Glück!
    Antje von http://www.lelonuk.blogspot.com

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